Montag, 12. September 2011
Der Tod
Es beginnt alles von vorne.

Man geht schlafen, man wacht auf. Tag ein, Tag aus.

Selbstverständlichkeit wird zum Alltag, die Gewohnheit ist schon lange kein Besucher mehr.

Ein Augenschlag- und wieder auf. Zu auf, zu auf.

Doch dann kam der Anruf. Die Gewohnheit verabschiedet sich. Die Selbstverständlichkeit rennt weg.

Nichts ist mehr so wie es ist.

Ein Augenschlag- Zu, auf, zu. Der Kampf war vergeblich.

Sie gehen nicht mehr auf. Geschlossen wird verzweifelnd nach Frieden gesucht.

Die Trauer kommt, die Realität ist wieder da- ganz nah. Ich kann sie spüren.

Siehst Du sie? Nichts ist mehr verständlich, gewöhnlich. Es ist anders.

Herzschlag um Herzschlag. Bumm, bumm- piiiieeeppp.

Der Dauerton beendet die Harmonie, das Glück.

Nichts wird so sein, wie es gestern war. Schließe die Augen, mache sie auf.

Auf, zu, auf zu.Sei dankbar das sie auf sind.

Selbstverständlich ist nichts!

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Freitag, 9. September 2011
Traurige Gewissheit
Punkt 11... der Aufzug öffnet sich.

Der Kuss war eher die letzte Pflicht. Die Entscheidung stand.

Wort um Wort wird es klar. Die Gestik distanziert. Die Trauer einseitig. Fassungslos höre ich zu.

"Es geht so nicht" waren die Worte. "Es ist vorbei". Das rot der Jacke symbolisiert die Stimmung. 11:05 Uhr

5 Minuten die einem den Boden wegreißen können.

"Du kannst Dich melden wenn Du reden willst!" sagte sie. Ein Schlag und die Tür fällt ins Schloss.

Den Rücken zur Tür geneigt, blicke ich nach draußen. Licht sollte Hoffnung wecken, doch sie tut es nicht.

Der Weg ans Fenster war vorhersehbar. Ich blicke ihr hinterher.

Schritt für Schritt läuft sie weiter. Die Ecke kommt näher- sie ist weg.

Hoffnungslos stehe ich da. Will sie sehen, sie spüren, aber- es ist aus!

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Donnerstag, 8. September 2011
Die Verzweiflung
Das Gleichgewicht gerät völlig aus der Kontrolle.

Das Pendel der Ruhe schlägt aus. Rechts links, links rechts.

90 Grad die einen kompletten Wandel symbolisieren.

Die Tragik liegt nicht in der Sache, sondern in der Person.

Fehler verziehen, aktzeptiert, versucht zu vergessen. Der Countdown wurde zurückgesetzt.

Jedesmal aufs Neue wieder dran erinnert. Es hat kein Sinn.

Unsere Zeit war da. Die Schönheit war eher versteckt, die Freiheit eingeschlossen.

Wo bleibt der Sinn? Was war der Sinn und warum haben wir es gemacht?

Ist das Verliebt sein? Rückmeldungen gleich Null- wieso auch melden?

Interessiert es Dich was ich denke? Was ich fühle? Was ich mache?

Du schreist mich an. "Ja verdammt!". Die Verzweiflung ist in den Gesichten erstarrt.

Die Wahrheit kann man nicht mehr greifen. Zwei Worte die einen beruhigen sollten, doch sie tun weh.

"Zeig es mir!" hallt es in den Raum zurück. "Ich spüre nichts, keine Meldung, keine Nachricht! Verlange ich zuviel? Sind die Bedürfnisse zu groß?" Ich weiß es nicht.

Schweigend blicke ich mich an. Der Blick kann sich nicht mehr vom Böden lösen. Wie auch? Die Wahrheit ist längst darunter vergraben. Verzweifelnd will ich sie suchen.

Ich bücke mich, liege am Boden, doch- zu spät.

Als ich aufstehe bist Du weg. Der Raum ist leer. Das Interesse ist weg.

Ich gehe in die Mitte, stehe ins Licht schaue abermals nach unten und blicke auf einen Haufen kaputter Scherben.

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